Rheinfeld soll 30-Meter-Funkmast bekommen

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Auf diesem Grundstück soll der neue, eigenständige Mobilfunkmast mit einer Höhe von 30 Metern stehen. Foto: Tinter, Anja (ati)

Rheinfeld. Die Stadt hat nach jahrelanger Suche ein geeignetes Grundstück gefunden. Der Hauptausschuss muss den Plänen noch zustimmen.

Die Stadt plant einen neuen Mobilfunkmast aufzustellen. Der Hauptausschuss des Rats will die Verwaltung in der heutigen Sitzung damit beauftragen, weitere Schritte in die Wege zu leiten, um an der Piwipper Straße im Stadtteil Rheinfeld einen neuen, 30 Meter hohen Funkmast zu errichten. Der Schritt ist notwendig, weil ältere Technik zurückgebaut werden soll.

Im Bereich der Piwipper Straße befindet sich derzeit auf dem Gebäude der ehemaligen Obdachlosen- und Flüchtlingsunterkunft eine Mobilfunkantenne. Nach Angaben der Stadt soll das Haus, das seit 2017 bereits nicht mehr genutzt wird und sich in einem stark renovierungsbedürftigen Zustand befindet, bald abgerissen werden.

Die Deutsche Funkturm GmbH als Betreiber dieser Mobilfunkantenne bestätigt den Vorgang. „Wir planen, den bestehenden Mobilfunkstandort in der Piwipper Straße auf Wunsch der Stadt Dormagen zurückzubauen“, sagt Sprecherin Lea Borgers auf Anfrage unserer Redaktion. Um den neuen, freistehenden Mast zu installieren, sei das Unternehmen im engen Austausch mit der Stadt. Einen Ersatz aufzustellen sei wichtig, da nur so die Mobilfunkversorgung des Rheinfelder Stadtteils sichergestellt werden könne.

Dazu prüfen beide Parteien alternative Flächen. Die Suche blieb zwei Jahre erfolglos, da die Stadt nicht über geeignete Flächen verfügt. Auch private Eigentümer waren nicht dazu bereit, sich eine Mobilfunkantenne auf das Dach bauen zu lassen. Andere mögliche Standorte erfüllten nicht die Vorausetzungen. „Der Standort für einen Mobilfunkmast muss in erster Linie funktechnisch geeignet sein“, erklärt Borgers. Von ihm aus müsse das Versorgungsziel im gewünschten Gebiet erreicht werden können. Dazu sei es unter anderem wichtig, dass der Standort möglichst nah am zu versorgenden Gebiet liege, es keine signifikanten Hindernisse zwischen dem Standort und dem Versorgungsgebiet gebe und der Mast gut angebunden werden könne.

Die Stadt plant nun, den neuen Funkmast auf dem Grundstück an der Piwipper Straße 6-8 aufstellen zu lassen. Eine andere Alternative könnte angesichts der langen Suche nicht mehr ausfindig gemacht werden, heißt es in der Beratungsvorlage, die heute in den Hauptausschuss kommt. Die Kosten für den neuen Mast werden auf eine fünfstellige Summe geschätzt. Wer die Kosten übernimmt, soll mit dem Netzbetreiber verhandelt werden.

Der Heimatverein Rheinland, der auf dem Grundstück an der Piwipper Straße sein Vereinsheim „Ahl Schull“ stehen hat, ist von der Stadt bereits über die Pläne informiert worden. Thomas Stube, der Vorsitzende des Heimatvereins, hofft, dass der Verein bei einer geplanten Ortsbegehung mit eingebunden wird. Stube lehnt den neuen Funkmast nicht grundsätzlich ab. Das hat einen Grund. „Wenn dort tatsächlich ein Funkmast aufgestellt wird, dann würde das im Umkehrschluss wahrscheinlich bedeuten, dass unser Vereinsheim erhalten bleiben kann“, sagt Stube.

Aus diesem Grund sei man entspannt und würde die Pläne der Stadt akzeptieren. Es sei zwar verständlich, dass sich kein Eigentümer einen 30 Meter hohen Mast auf das Dach stellen lassen möchte. Doch heutzutage wollten schließlich alle überall telefonieren können. „Und irgendwo muss der Mast ja aufgestellt werden“, sagt Stube diplomatisch. Fraglich sei eh, wie viel Mitspracherecht der Heimatverein hat. „Das ist ein städtisches Grundstück, das wir gepachtet haben“, sagt Stube. „Deshalb werden wir wohl keinen großen Einfluss auf die Pläne haben.“

Quelle: NGZ

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